"3und1 - we ride together"
"3und1 - we ride together"

06.10.2017

„3und1Meeting“ mit dem Geschäftsführer

der Initiative AKTIONfahrRAD Ullrich Fillies

 

Spielkonsolen, Smartphones, Computer und Co. – mit diesen Technologien wächst die heutige Generation von Kindern und Jugendlichen auf. Der Medienkonsum steigt rasant und wirkt sich insbesondere auf die Freizeitgestaltung der Kinder aus. Bei vielen Kindern und Jugendlichen rückt der Sport und die Bewegung in den Hintergrund.

Die gemeinnützige Initiative AKTIONfahrRAD (AFR), die im Jahre 2013 ins Leben gerufen wurde, befasst sich genau mit dieser Problematik. Die Initiative entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Handel, Lehre und Fahrradindustrie Aktionen, um insbesondere junge Menschen nachhaltig aufs Rad zu setzen und sie für das Radfahren zu begeistern. Die AFR, die unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Manuela Schwesig steht, engagiert sich für Schul- und Hochschulprojekte wie „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“ und unterstützt bundesweit die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften, damit das Radfahren attraktiver und sicherer wird.

 

Die „3und1 Radsportwelt“ sprach mit dem Geschäftsführer der Initiative Ullrich Fillies, dem Gründer des RadClub Deutschlands, über die Initiative AKTIONfahrRAD.

 

Studien der Bundesärzteschaft und der Deutschen Sporthochschule Köln zeigen, dass nun nur noch rund 55% der Schüler das Rad als Fortbewegungsmittel nutzen. Was sind ihrer Meinung nach die relevantesten Gründe für diesen Wandel?

Diese ungesunden Entwicklungen haben weitestgehend drei Hauptgründe: Der Wandel hat sicherlich Gründe darin, das gerade in der Mittelstufe vielen Kindern mehr die elektronischen Medien als der Sport zuspricht. Hinzu kommt das Phänomen, eigentlich das Ärgernis, des Elterntaxis. Dieses sieht man besonders, wenn man sich morgens Schulen anschaut und die Kinder mit den großen Vans zu den Schulen gebracht werden. Außerdem wird das Fahrradfahren in den Schulen nicht mehr so gelebt wie früher. Früher machte man mit dem Fahrrad Klassenausflüge und heute fliegen die Schüler eher nach Mallorca. Man kann auch einfach mal eine Woche über die Alpen fahren, so wie es fahrradfreundliche Schulen in Bayern machen.

 

Die AKTIONfahrRAD hat gemeinsam mit dem „Freundeskreis“ aus Vertretern des Fahrradfachhandels und –industrie zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. Welche Aktionen setzen sie um, um den Trend zum Elterntaxi entgegenzuwirken?

Wir haben verschiedene Aktionen. Bei der Aktion „Deutschlands fahrradfreundlichste Schule“ sprechen wir die Schulen an, mehr Projekte mit dem Rad zu planen, um das Radfahren bei den Schülern zu fördern. So können sie beispielsweise an der Klimatour des VCD teilnehmen. Nur so wird das Rad wieder näher an die Schüler gebracht. Ein weiteres Problem ist, dass die Lehrer heute ein bisschen Angst davor haben, sich mit 30 Kindern auf dem Rad im Straßenverkehr zu bewegen. Deshalb bieten wir eine Ausbildung zum Bike- Lehrtrainer an. Die Lehrer können sich so im Bereich „Radfahren“ weiterqualifizieren und bekommen eine Sicherheit, sich mit Schülern im Straßenverkehr zu bewegen. Zuletzt hatten wir vorherige Woche in Bielefeld einen Lehrgang mit 13 Lehrern.

 

Wie kann man sich die Ausbildung zum Bike- Lehrtrainer vorstellen?

Die Fortbildung geht über drei Tage. In dieser Zeit werden Infos und Kniffe über Fahrradtechnik, dem Umgang mit dem Rad, Fahrverhalten, aber auch eben Haftung und Versicherung vermittelt. Das Fahrtraining macht unser Botschafter Marko Hösel, sechsmaliger Trial Weltmeister und mehrfacher Deutscher Meister im Trial, und ich mache den Versicherungs- und Rechtsteil. Am Ende des Lehrgangs bekommen die Lehrer eine Qualifikation vom Landessportbund, ein Diplom sozusagen.

Auf unserer AKTIONfahrRAD- Seite schreiben wir diese Lehrer- Weiterbildungen aus. Gerade in Nordrhein- Westfalen ist es so, dass wir die Ausbildung subventioniert bekommen. Die Heimatkrankenkasse der Firma Dr. Oetker refinanziert diese Ausbildung momentan. So bekommen alle Lehrer, die erfolgreich teilnahmen, das Geld für den Lehrgang zurück.

 

Last but not least: Sie sind seit Jahren im Radsport tätig. Wie entwickelte sich ihre Verbundenheit zum Radsport?

Letztendlich komme ich aus dem Handball. Nach dem Studium bin ich zum Radfahren gekommen. Seitdem habe ich zuhause ein Mountainbike und ein Rennrad stehen. Momentan muss ich ehrlich gestehen, dass ich lieber Mountainbike fahre, da wir in Bielefeld den Teutoburger Wald mit ein paar Hügeln vor der Tür haben.

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Kommentare

  • Kathy (Samstag, 07. Oktober 2017 12:51)

    Eine tolle Initiative :-). Freue mich, dass ihr auch solche Aktionen und Personen in euren 3und1 Meetings aufnimmt. Grüße aus Köln

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